Das 9. und 10. Schuljahr war für mich wohl mit das beste und aufregendes Jahr aber mit abstand auch das stressigste und traurigste Jahr. Wir saßen alle in einem Boot und hatten alle das gleiche Ziel vor Augen, im Sommer 2017 den Realschulabschluss zu bekommen. Wir haben alle mehr oder weniger dafür unglaublich viel getan. Ganz besonders ich. Ich hab so viel für meine Prüfungen gelernt. Der erste Tag der schriftlichen Prüfungen stand an, ich musste Beruhigungstropfen nehmen, weil ich unglaublich aufgeregt war und Angst hatte. Angst davor zu versagen. Angst davor nichts zu wissen. Angst davor meinen Abschluss zu ruinieren.
Ausgerechnet am diesen Tag musste unser Bus eine Panne haben. Wir mussten von sämtlichen Lehrern und Eltern abgeholt werden damit wir die Prüfung mitschreiben können. Die ganze Schule hat 20 Minuten später angefangen .Ca. 3-4 Wochen später als wir mit allen Prüfungen durch waren haben wir alle zusammen noch ziemlich viel Zeit miteinander verbracht. Wir haben Ausflüge gemacht, wir haben alle zusammen gezeltet und sind nächsten Tag zur Schule gegangen und allgemein wurde uns bewusst dass die Tage weniger werden.
Die Tage wurden gezählt und nun war es soweit. Unsere Entlassung, unser Abschlussball. Ich hab eine Rede gehalten. Mit Tränen in den Augen hab ich mein Zeugnis entgegen genommen was mir meine Klassenlehrerin gegeben hat. Ich hab das klatschen von der Menschenmenge und von meiner Klasse nicht mitbekommen ob ich Taub wäre. Mir war nicht richtig bewusst dass die Zeit nun vorbei ist. Wir haben alle unzählige Bilder gemacht und haben unseren Abschluss bis tief in die Nacht gefeiert. Aber dennoch hat es sich nicht wie mein Abschluss angefühlt. Erst nach den Sommerferien bis ich auf eine neue Schule gegangen bin wurde es mir richtig bewusst. Es ist immer noch eine ziemliche Umstellung für mich morgens nicht um 7:11 zum Bus zu rennen und nicht in die Klasse zu gehen in welche man 6 Jahre lang 5 Tage die Woche gegangen ist.

